Was für ein Jahr! Unser Jahresbericht 2025

Was für ein Jahr! Unser Jahresbericht 2025

Vor kurzem haben wir unsere Generalversammlung im inspirierenden Toni-Areal der ZHdK in Zürich abgehalten – einem Veranstaltungsort, der unsere Mission widerspiegelt, Kreativität mit modernster Technologie zu verbinden. In diesem Update berichten wir über die Meilensteine eines Jahres, das von unserem 10-jährigen Jubiläum und der erfolgreichen E-ID-Kampagne geprägt war, und geben einen strategischen Ausblick auf die Prioritäten, die uns in den kommenden Monaten vorantreiben werden.

Zehn Jahre nach der Gründung von digitalswitzerland hat eine breite Allianz ein knappes, aber entscheidendes Ja zur E-ID durchgesetzt. Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung: Es gilt, eine breite Akzeptanz der digitalen Identität sicherzustellen und das Vertrauen der Nutzer zu stärken. Mit dem Schweizer KI-Aktionsplan leisten wir einen Beitrag zur nationalen Debatte über die digitale Transformation der Schweiz in einer Zeit rascher Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern verfügt die Schweiz noch nicht über einen umfassenden nationalen KI-Plan.

Der Global AI Summit Geneva 2027 bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Beiträge der Schweiz sowie ihrer Unternehmen und Organisationen im globalen digitalen Ökosystem zu präsentieren. Die Schweizer Werte Offenheit, Zusammenarbeit, Vertrauen und regelbasierte Zuverlässigkeit werden in diesem Zusammenhang noch an Bedeutung gewinnen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Zeit bis zum Gipfel verantwortungsbewusst und strategisch genutzt wird, um die digitale Transformation der Schweiz voranzutreiben.

Allianzen schmieden

Im vergangenen Jahr fand eine wegweisende Volksabstimmung statt: Mit 50,4 Prozent Ja-Stimmen ebnete das Schweizer Stimmvolk den Weg für die neue E-ID. Obwohl das Ergebnis äußerst knapp ausfiel, stellt es einen wichtigen Meilenstein für die digitale Transformation unseres Landes dar. Mit ihrer Kampagne hat digitalswitzerland gezeigt, dass wir breit abgestützte Bündnisse schmieden und digitale Projekte so gestalten können, dass sie mehrheitliche Unterstützung finden. Gleichzeitig unterstreicht das Ergebnis, wie wichtig es nach wie vor ist, den Dialog mit der Bevölkerung kontinuierlich zu vertiefen und die Entwicklung vertrauenswürdiger digitaler Lösungen mit Transparenz und Sorgfalt voranzutreiben.

Die Idee eines nationalen KI-Aktionsplans wurde am Digital Summit auf dem Bürgenstock lanciert. In enger Abstimmung mit Wirtschaft, Wissenschaft und Politik koordinieren wir seither die Entwicklung eines Schweizer KI-Aktionsplans, der auf den Stärken und Werten der Schweiz basiert. Er soll zur Diskussion darüber beitragen, wie die Chancen der KI für den Wohlstand der Schweiz genutzt werden können, und gleichzeitig Fragen der digitalen Souveränität und Selbstbestimmung thematisieren. Letzteres bedeutet vor allem, Abhängigkeiten in der digitalen Welt bewusst zu steuern. Der Aktionsplan behandelt zentrale Themen in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, digitale Infrastruktur, KI-fähige Daten und Governance und definiert konkrete Handlungsfelder und Massnahmen. Ausgewählte Themen werden von digitalswitzerland selbst vorangetrieben.

Bundesrat Albert Rösti hat den KI-Aktionsplan begrüsst und ihn als wichtigen Beitrag zur internationalen Positionierung der Schweiz sowie für ihre Unternehmen und Organisationen gewürdigt. Dies auch im Hinblick auf den Global AI Summit 2027 in Genf, den die Schweiz in der ersten Hälfte des Jahres 2027 ausrichten wird. Ziel ist es, die Schweiz als führenden Standort für vertrauenswürdige und verantwortungsvolle KI zu positionieren.

Im vergangenen Jahr haben wir unseren strategischen Fokus weiter geschärft, unsere Prioritäten klar definiert und unsere Aktivitäten konsequent darauf ausgerichtet. Gleichzeitig haben wir unsere internen Strukturen überprüft und ein striktes Kostenmanagement eingeführt. Dank dieser Maßnahmen konnten wir einen wesentlichen finanziellen Beitrag zur e-ID-Kampagne leisten und das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen.

Ausblick auf 2026: Unsere drei Prioritäten

Es ist die einzigartige Zusammensetzung unserer Gemeinschaft, die digitalswitzerland ausmacht: Wir bringen KMU, Grossunternehmen, Behörden, Wissenschaft und Verbände an einen Tisch. Diese branchenübergreifende Vernetzung ist eine wichtige Stärke, um die Grundlagen für eine erfolgreiche digitale Transformation in der Schweiz zu schaffen.

Wir möchten uns bei allen unseren Mitgliedern für ihre Partnerschaft und ihr Vertrauen bedanken. Ein besonderer Dank gilt unserem ExCo und unserem Team für ihr grosses Engagement in diesem Jahr der Konsolidierung. Wir sehen dies als klaren Aufruf zum Handeln: digitalswitzerland ist heute wichtiger denn je, um die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

Die Aktivitäten von digitalswitzerland im Jahr 2025

e-ID: Ein digitaler Meilenstein

Ein entscheidender Moment in der digitalen Transformation der Schweiz im Jahr 2025 war die Zustimmung der Schweizer Bevölkerung zur neuen E-ID. Nach früheren Versuchen fand der Vorschlag bei der Abstimmung im September eine knappe, aber entscheidende Mehrheit. Das Ergebnis stellt nicht nur einen rechtlichen Meilenstein dar, sondern auch eine öffentliche Bestätigung der Notwendigkeit einer vertrauenswürdigen digitalen Infrastruktur.

digitalswitzerland spielte eine zentrale koordinierende Rolle beim Aufbau und der Abstimmung der breiten Allianz zur Unterstützung der e-ID. In Zusammenarbeit mit staatlichen Partnern, führenden Vertretern der Wirtschaft, Mitgliedsorganisationen und der Zivilgesellschaft trugen wir dazu bei, den praktischen Nutzen einer sicheren, staatlich ausgestellten digitalen Identität zu verdeutlichen – vom nahtlosen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen bis hin zu sicheren privaten Transaktionen.

Nach der Abstimmung verlagerte sich unser Fokus auf die Umsetzung und die Wertschöpfung. Das Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass die elektronische Identifikation vom ersten Tag an greifbare Vorteile bietet und das Vertrauen der Institutionen in den digitalen Alltag umsetzt.

Stärkung der Cybersicherheitsresilienz

Die Cybersicherheit blieb auch im Jahr 2025 eine strategische Priorität, da die Schweiz ihre Abwehrbereitschaft gegenüber neuen digitalen Bedrohungen verstärkte.

digitalswitzerland hat gemeinsam mit estnischen Vertretern einen hochrangigen Dialog zum Thema Cyberresilienz organisiert, um den internationalen Austausch zu fördern und bewährte Verfahren auszutauschen. Im Dezember veranstalteten wir eine parlamentarische Sitzung unter dem Titel „Cybersecurity neu denken“, bei der Risiken und Chancen im Zusammenhang mit agentischer KI und Post-Quanten-Kryptografie thematisiert wurden.

Wir haben uns mit Bundesrat Martin Pfister ausgetauscht, um uns für eine starke und sichtbare Rolle des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit einzusetzen und die Bedeutung der Nutzung der in der Schweiz vorhandenen technologischen Kompetenzen hervorzuheben.

Unser Ausschuss für Cybersicherheit wurde auf über 50 Führungskräfte aus für die nationale Infrastruktur kritischen Sektoren erweitert. Der Ausschuss lieferte strukturierte Beiträge zu regulatorischen Entwicklungen, zur Resilienzplanung und zu den zu erwartenden Auswirkungen des EU-Gesetzes zur Cyber-Resilienz. Diese Diskussionen stärkten die Koordinierung zwischen Akteuren des privaten Sektors und Behörden.

Förderung von KI-Innovation und digitaler Selbstbestimmung

Die Ausarbeitung des Schweizer KI-Aktionsplans wurde 2025 offiziell in Angriff genommen. Bereits im ersten Monat schlossen sich mehr als 200 Mitwirkende der Kooperationsplattform an, um die Ausarbeitung des Plans zu unterstützen.

Der Aktionsplan ist ein Beitrag zur öffentlich-privaten Debatte, dessen Schwerpunkt auf konkreten Maßnahmen liegt. Thematische Arbeitsgruppen befassen sich mit KI-Kompetenz, Forschung und Innovation, digitaler Infrastruktur, KI-fähigen Daten und Governance und setzen strategische Prioritäten in konkrete Handlungsfelder um.

Der KI-Aktionsplan trägt zudem zur Vorbereitung der Schweiz auf die Ausrichtung des Global AI Summit Geneva 2027 bei. Im Laufe des Jahres 2025 konzentrierte sich digitalswitzerland darauf, öffentliche und private Akteure im Vorfeld des nächsten Meilensteins – dem Digital Gipfel Schweiz im Mai 2026, der unter dem Motto „KI – Chancen und Kontrolle in Einklang bringen“ steht – aufeinander abzustimmen.

Parallel dazu haben wir die Fähigkeiten der Schweiz im Bereich der Datenhoheit gestärkt. Eine wegweisende Studie hat über 100 öffentliche und private Dateninitiativen erfasst und damit den ersten empirischen Überblick über die nationale Datenlandschaft geliefert. Die Ergebnisse flossen in das Swiss Data Space Forum ein, wodurch die Koordination zwischen den Ökosystemen auf Bundes-, Kantons- und Sektorebene gefördert und die Diskussionen über Interoperabilität und Daten-Governance vorangetrieben wurden.

Menschen in einer sich wandelnden Welt stärken

Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu sichern, sind integrative und zukunftsfähige Qualifizierungsstrategien erforderlich. Im Jahr 2025 hat digitalswitzerland ihre Initiativen in den Bereichen digitale Kompetenz, Weiterqualifizierung und Umschulung systematisch ausgebaut. Gemeinsam mit ICT-Berufsbildung und akademischen Partnern haben wir Qualifikationslücken identifiziert und skalierbare Wege zur Stärkung der beruflichen und höheren Bildung in technologiebezogenen Bereichen untersucht.

In Zusammenarbeit mit der Implement Consulting Group haben wir ein KI-Handbuch entwickelt, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre KI-Strategie in die operative Umsetzung zu überführen. Diese Initiative ist Teil des Schweizer KI-Aktionsplans und zielt darauf ab, die Lücke zwischen Vision und Umsetzung zu schließen.

Zudem haben wir uns weiterhin für eine inklusive Teilhabe an der digitalen Wirtschaft eingesetzt. Eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im Landesmuseum Zürich, die gemeinsam mit der ETH, Google und WITS organisiert wurde, brachte 250 Teilnehmende zusammen, um über Diversität und Führungsrollen in der Technologiebranche zu diskutieren. Weitere Community-Dialoge im Laufe des Jahres befassten sich mit kompetenzorientierter Personalauswahl, beruflichen Veränderungen, KI im Bereich Lernen und Entwicklung sowie der Zukunft der Arbeit.

Diese Initiativen unterstreichen unser Engagement dafür, dass die digitale Transformation über alle Altersgruppen, Regionen und beruflichen Hintergründe hinweg sozial verankert und inklusiv bleibt.

Zusammenarbeit für mehr Wirkung

Im Jahr 2025 führte digitalswitzerland das «Swiss Digital Ecosystem Framework» ein, um ein gemeinsames systemisches Verständnis der digitalen Landschaft der Schweiz zu schaffen.

Das Rahmenwerk erfasst wesentliche Faktoren wie KI-fähige Daten, Fachkräfte, Forschungskapazitäten und Investitionsströme und verdeutlicht die infrastrukturellen Wechselbeziehungen. Es wird zunehmend in Strategiesitzungen der Mitgliedstaaten und im politischen Dialog genutzt, um die Abstimmung zwischen vorrangigen Bereichen wie den Ökosystemen für elektronische Identifikation, KI und Daten zu stärken.

Unsere Arbeit orientiert sich an den Grundsätzen, die den Schweizer Ansatz zur Digitalisierung prägen: Offenheit, Zusammenarbeit, Vertrauen und regelbasierte Verlässlichkeit. Diese Werte bilden die Grundlage für die sektorübergreifende Koordination und gewährleisten, dass Fortschritte auf gemeinsamer Verantwortung beruhen.

Was kommt als Nächstes: Der Weg zum AI Summit 2027 in Genf

Unser Schwerpunkt im Jahr 2026 wird darauf liegen, die Kräfte zu bündeln, um die Zukunft der KI in der Schweiz mitzugestalten. Zu den wichtigsten Prioritäten gehören:

Gemeinsam mit unserer vielfältigen Mitgliederbasis wird unser Team auch weiterhin eine digitale Zukunft gestalten, die innovativ und inklusiv ist und auf Vertrauen basiert. Wir sind entschlossen, die vor uns liegenden enormen Chancen aktiv zu nutzen – sowohl bei der Förderung alltäglicher digitaler Innovationen in unserer gesamten Wirtschaft als auch bei der Präsentation der Führungsrolle der Schweiz auf der globalen Bühne im Rahmen des bevorstehenden Global AI Summit Geneva 2027.