Bessere Gesundheitsüberwachung für mehr Patientenautonomie · Teil 3

Schmerzfrei leben dank Neuromodulationstechnologie

Schmerzfrei leben dank Neuromodulationstechnologie

Unser dritter Artikel befasst sich eingehend mit einem nicht-pharmakologischen Therapieansatz, der darauf abzielt, Schmerzen zu beseitigen und gleichzeitig das ganzheitliche Wohlbefinden der Patienten zu fördern. Die Lösung von CNS Therapy nutzt die Kombination aus Stimulationshardware und Verhaltenstherapeuten, um die notwendige Transformation voranzutreiben. Ihr Mentor Ergon Informatik lieferte ihnen wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung der mobilen Anwendung, die den elektrischen Stimulationsaspekt ihres Geräts steuert.

Die Artikelserie „Bessere Gesundheitsüberwachung für mehr Patientenautonomie” rückt die Digital Health Academy 2024 Kohorte und beleuchtet deren innovative Lösungen und deren laufende Zusammenarbeit mit Mitgliedern von digitalswitzerland. Jeder Artikel stellt eines der Scale-ups vor, die für die Teilnahme an der zweiten Ausgabe der Akademie ausgewählt wurden.

ZNS-Therapie

Die Herausforderung

Chronische Schmerzen betreffen Millionen von Menschen weltweit, wobei bestehende Behandlungsmethoden oft nur begrenzte Linderung verschaffen. Dieser ungedeckte Bedarf beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten erheblich, trägt zu psychischen Problemen bei und belastet die Gesundheitssysteme finanziell und personell erheblich. Der Markt für chronische Schmerzen ist riesig, mit jährlichen Ausgaben von jeweils über 400 Milliarden Schweizer Franken in Europa und den USA. Der Markt wächst weiter, angetrieben durch die zunehmende Verbreitung von Long COVID und zunehmende psychische Probleme.

Die Lösung

Die CNS Therapy AG („CNS“) hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen durch eine innovative Neuromodulationstechnologie namens Systolic Extinction Training (SET) zu einem schmerzfreien Leben zu verhelfen. Im Gegensatz zu Medikamenten oder invasiven chirurgischen Behandlungen bietet SET einen neuartigen, nicht-pharmakologischen Ansatz, der darauf abzielt, Schmerzen zu beseitigen und gleichzeitig das ganzheitliche Wohlbefinden zu fördern. Diese Methode befasst sich mit einer der größten Herausforderungen in der Schmerztherapie – der Notwendigkeit einer Verhaltensänderung bei Patienten. Im Gegensatz zu herkömmlichen digitalen Therapeutika (DTx), die oft keine dauerhaften Verhaltensänderungen bewirken, nutzt CNS die Kombination aus Stimulationshardware und Verhaltenstherapeuten, um die notwendige Transformation voranzutreiben.

Im Kern umfasst der Ansatz von CNS ein medizinisches Gerät, das die rechte Hand des Patienten nicht-invasiv synchron mit dem Herzzyklus stimuliert. Diese Stimulation zielt auf das autonome Nervensystem ab, das bei chronisch kranken Patienten häufig beeinträchtigt ist, und hält es aufrecht. Die Wirkung des Geräts wird durch ein psychosoziales Therapieprogramm verstärkt, das darauf abzielt, schmerzbezogene Verhaltensweisen, Kognitionen und Ängste in Richtung gesünderer Muster zu verändern. Die Therapie wird unter Anleitung eines ausgebildeten Verhaltenstherapeuten durchgeführt und durch eine eLearning-Plattform für Patienten unterstützt. Das Standardbehandlungsprotokoll erfordert nur 20 Stunden über einen Zeitraum von 5 Wochen, um eine signifikante Schmerzlinderung zu erreichen.

Der einzigartige Ansatz von CNS wird durch patentierte Technologie und solide klinische Validierung gestützt. Die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT)1 zeigen einen hohen Prozentsatz von Patienten, die nach 12 Monaten schmerzfrei bleiben2, was die langfristige Wirkung und Wirksamkeit der Lösung unterstreicht.

Auswirkungen auf den Patienten

Diese Lösung hat bereits ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität von Patienten gezeigt. Durch die Berücksichtigung sowohl der physischen als auch der psychischen Aspekte chronischer Schmerzen hilft SET den Patienten, die Kontrolle über ihre täglichen Aktivitäten und ihr emotionales Wohlbefinden zurückzugewinnen. Dieser ganzheitliche Ansatz fördert das Gefühl der Selbstbestimmung und Resilienz und ermöglicht es den Betroffenen, ihren Fokus von der Schmerzbewältigung auf ein erfüllteres, aktiveres Leben zu verlagern. Diese Ergebnisse bestärken uns in unserem Engagement, die Patienten in den Mittelpunkt der Gesundheitsversorgung zu stellen und die Behandlungen auf ihre individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden.

Patientenberichte

„Ich spüre viel mehr Kraft als zuvor. Ich fühle mich so wach. Meine Muskeln sind flexibler, sodass ich Treppen viel leichter und schneller steigen kann als zuvor.“

„Ich laufe dreimal pro Woche 6 Meilen und habe keine Schmerzen mehr.“

Team

Das multidisziplinäre Team von CNS vereint Fachwissen in den Bereichen Medizinprodukteinnovation, Neurowissenschaften und klinische Psychologie. Mit ihrem Hintergrund in Forschung und Entwicklung sind die Teammitglieder begeistert davon, effektive, wissenschaftlich fundierte Lösungen zu entwickeln, die den Anforderungen der Praxis gerecht werden. Dank dieser vielfältigen Kompetenzen behalten sie stets den Überblick über Projekte und gewährleisten eine nahtlose Integration von Technologie und Therapie.

Zusammenarbeit & Partnerschaften

Um ihre Vision zu verwirklichen, baut CNS aktiv Partnerschaften mit Universitätskliniken, Schmerzkliniken und Krankenkassen in der ganzen Schweiz auf. Diese Kooperationen sind entscheidend, um den Ansatz von CNS zu validieren, mehr Patienten zu erreichen und den Akteuren im Gesundheitswesen die Kosteneffizienz zu demonstrieren. Durch die Zusammenarbeit will CNS nicht nur die Behandlungsergebnisse für Patienten verbessern, sondern auch die wirtschaftliche Belastung des Gesundheitssystems durch die Behandlung chronischer Schmerzen verringern. Das Unternehmen ist bestrebt, Patienten wieder in die Arbeitswelt zu integrieren und ihnen zu ermöglichen, sich um ihre Familien zu kümmern.

Zukunftsvision für das Gesundheitswesen

CNS ist davon überzeugt, dass die Zukunft des Gesundheitswesens darin liegt, Patienten und Ergebnisse vor Verfahren zu priorisieren. Genauer gesagt müssen sowohl der Geist als auch der Körper verändert werden, um chronische Krankheiten zu beeinflussen. Das langfristige Ziel von CNS ist es, den Standard der Versorgung bei der Behandlung chronischer Schmerzen neu zu definieren und eine personalisierte, ganzheitliche Behandlung für alle zugänglich zu machen. Durch die Verlagerung des Fokus von der Behandlung von Symptomen hin zur Herbeiführung langfristiger Verhaltensänderungen befähigt CNS Patienten, eine aktive Rolle bei ihrer Gesundheit zu übernehmen, und zeigt ihnen, wie sie dies tun können.

Fokus auf die Zusammenarbeit mit Ergon Informatik

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Digital Health Academy hatte CNS das Privileg, mit Ergon Informatik als Mentor zusammenzuarbeiten.

Ziel der Zusammenarbeit

Ziel dieser Zusammenarbeit war es, die Benutzerfreundlichkeit und die digitalen Komponenten der Lösung zu verbessern, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf der Optimierung der mobilen Anwendung lag, die die elektrische Stimulation des Geräts steuert.

Der Wert der Zusammenarbeit

Ergon Informatik lieferte wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung der Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit der App und beriet CNS hinsichtlich bewährter Verfahren für die digitale Entwicklung. Obwohl der aktuelle Entwicklungsstand den Umfang technischer Verbesserungen einschränkte, half die Beratung von Ergon Informatik CNS dabei, einen klaren Fahrplan für zukünftige Fortschritte zu erstellen.

Roadmap und Erfolge

In Zukunft, wenn CNS in fortgeschrittenere Entwicklungsstadien übergeht, könnte sich das Potenzial für eine intensivere Zusammenarbeit mit Ergon erweitern. Das Unternehmen freut sich darauf, das Fachwissen von Ergon weiter zu nutzen, um seine digitale Plattform zu verfeinern und sicherzustellen, dass sie den höchsten Standards hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Effizienz für seine Patienten entspricht.

Über die Organisationen

Fußnoten

1 RCT: randomisierte kontrollierte Studie, ein wissenschaftliches Experiment, das dazu dient, Faktoren zu kontrollieren, die nicht direkt experimentell kontrolliert werden können.

2 82 % der weiblichen Fibromyalgie-Patienten waren bei der Nachuntersuchung nach 12 Monaten weiterhin schmerzfrei.