Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 % zu reduzieren. In dieser Blogserie gehen wir näher auf die Ergebnisse ein und zeigen, wie der Einsatz von Technologien in verschiedenen Branchen – Energie, Landwirtschaft, Fertigung und Transport – zur Emissionsreduzierung beitragen kann.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit zu spüren. Als Alpenland ist die Schweiz jedoch besonders betroffen. In der Studie „Smart and Green – Digital Pathways to Net Zero” analysierten digitalswitzerland und economiesuisse in Zusammenarbeit mit Accenture, wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, die Klimalücke zu schliessen, und welche konkreten Massnahmen die Industrie ergreifen kann, um die Klimaziele zu erreichen. In dieser Blogserie wollen wir verschiedene Branchen genauer unter die Lupe nehmen und konkrete Handlungsempfehlungen geben. In diesem ersten Beitrag beleuchten wir die Frage: «Was ist die Klimalücke und warum muss die Schweiz sie bis 2030 schliessen?»
Um die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen, Überschwemmungen und schneearme Winter zu verhindern, muss die Schweiz dringend Massnahmen zur Reduzierung ihrer Emissionen ergreifen. Denn es ist offensichtlich, dass immer häufiger auftretende extreme Wetterereignisse nicht nur verheerende Auswirkungen auf die Umwelt haben, sondern auch auf die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft. Klimaforscher, Politiker und die Schweizer Bevölkerung sind sich einig, dass Handlungsbedarf besteht. Ein zentraler Begriff in dieser Diskussion ist die sogenannte «Klimalücke». Aber was genau ist die Klimalücke? Und warum ist es so wichtig, diese Lücke bis 2030 zu schliessen?
Die Klimalücke ist die Differenz zwischen den aktuellen Treibhausgasemissionen und den Emissionsminderungszielen, die erforderlich sind, um den globalen Temperaturanstieg auf ein sicheres Niveau zu begrenzen. Genauer gesagt handelt es sich um die Menge an CO₂ und anderen Treibhausgasen, die noch reduziert werden muss, um die festgelegten Klimaziele zu erreichen.
Im Rahmen des Pariser Abkommens von 2015 hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 % gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Das bedeutet, dass die Emissionen von 55,3 Millionen Tonnen CO₂ auf 27,7 Millionen Tonnen CO₂ gesenkt werden müssen. Derzeit (Stand 2023) liegen die Emissionen bei rund 43,9 Millionen Tonnen. Um diese Lücke zu schließen, ist daher noch eine erhebliche Reduktion (16,2 Millionen Tonnen) erforderlich.
Die Studienergebnisse zeigen, dass digitale Technologien einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der CO₂-Emissionen leisten können. In der Studie wurden zwei Digitalisierungsszenarien untersucht: eines, in dem die Schweiz die Digitalisierung im aktuellen Tempo weiter vorantreibt, und eines, in dem die Schweiz ihre CO₂-Einsparungen durch ambitionierte Digitalisierungsbemühungen mehr als verdoppeln könnte.
Das bedeutet konkret, dass wir durch Digitalisierung zwischen 1,2 und 3,2 Millionen Tonnen CO₂ einsparen könnten. Dies entspricht einer Schließung von 7 % bis 20 % der bestehenden Klimalücke.
Insbesondere Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle bei der Schließung dieser Klimalücke. Durch Investitionen in Technologien und Prozesse können sie nicht nur ihre eigenen Emissionen reduzieren, sondern auch zur Erreichung der nationalen Klimaziele beitragen. Beispielsweise durch den Einsatz energieeffizienter Maschinen oder die Nutzung von IoT-Technologien (Internet of Things) und Big Data zur Prozessoptimierung.
Die Förderung von Innovationen im Bereich der nachhaltigen Digitalisierung ist von entscheidender Bedeutung. Wenn Unternehmen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investieren, die zu neuen Technologien und Lösungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen, verbessern sie nicht nur ihre internen Prozesse, sondern tragen auch zur Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft in Zeiten des Klimawandels bei.
Die Schließung der Klimalücke bis 2030 ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Schweiz hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und muss nun entschlossen handeln, um es zu erreichen. Der schnellste Weg dahin führt über ein gemeinsames Vorgehen von Politik und Wirtschaft. Der gezielte Einsatz von Digitalisierung und Technologien kann Prozesse und Branchen massgeblich positiv beeinflussen. Wenn wir diese Hebel effektiv nutzen, können wir diesem Ziel einen grossen Schritt näher kommen und so zu einer lebenswerten Zukunft für kommende Generationen beitragen.
In den nächsten Teilen dieses Blogs werden wir uns die fünf analysierten Sektoren genauer ansehen: Energie, Landwirtschaft, Gebäude, Verkehr und Industrie. Dabei geben wir konkrete Empfehlungen, wie Unternehmen Technologien einsetzen können, um ihre Emissionen zu reduzieren und nachhaltiger zu wirtschaften.